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Herz-Kreislauf


Norwegen-
ASS verringert Infarktgröße und mildert EKG-Befunde.

Durch die Beobachtung des Krankheitsverlaufs von 753 Patienten mit einem akuten Myokardinfarkt gelangen M. Abdelnoor und K. Landmark zu der Schlussfolgerung, dass ASS den Schweregrad eines Herzinfarkts verringert. Es zeigte sich nämlich, dass die Spitzenwerte von Creatinkinase und Laktatdehydrogenase unter ASS niedriger ausfielen und dass ASS-Nutzer häufiger den milderen EKG-Befund eines nicht-transmuralen Infarkts ("non-Q-wave infarction") aufwiesen als Nichtanwender von ASS (Odds-Ratio = 2,63). Der zuletzt genannte Effekt war noch ausgeprägter, wenn Patienten zusätzlich zur Einnahme von ASS auch thrombolytisch behandelt wurden (Odds-Ratio = 3,46). Andererseits hemmte ASS bei gleichzeitiger Thrombolyse den Enzymanstieg nicht. ASS wurde in einer Dosis von 75 oder 160 mg als Retardzubereitung verabreicht. Nach Ansicht der Autoren ist ASS in der Lage, den Infarktverlauf günstig zu modifizieren. Abdelnoor, M., et al.: Infarct size is reduced and the frequency of non-Q-wave myocardial infarctions is increased in patients using aspirin at the onset of symptoms. Cardiology 1999 (91) 119-126 2.


Herz-Kreislauf

Island-
Drastische Senkung der Herzinfarktmortalität innerhalb von 10 Jahren ist besonders ASS zu verdanken.

Nach einem Myokardinfarkt verstarben 1986 in Rykjavik (Island) 26,3 Prozent der wegen des Infarkts hospitalisierten Patienten innerhalb eines Jahres. 1996 (also 10 Jahre später) waren es nur noch 19,7 Prozent, wie J. M. Kristjansson und Karl Andersen in einer Vergleichsstudie herausfanden. Sie weisen darauf hin, dass die Anwendung von ASS während dieses Zeitraums von 11,3 Prozent auf 76,3 Prozent anstieg. Diese Versechsfachung trägt nach Ansicht der Wissenschaftler wesentlich zur verbesserten Prognose bei. Für Infarktpatienten, die zum Zeitpunkt der Krankenhausentlassung ASS erhielten, errechnete sich 1996 für die Einjahresmortalität eine Odds-Ratio von lediglich 0,13 im Vergleich zu ASS-Nichtanwendern. Die Einnahme von ASS vor dem Infarkt wirkte sich dagegen nicht auf die Prognose aus. Kristjansson und Andersen führen dies darauf zurück, dass es sich vermutlich um Personen mit einem besonders hohen kardiovaskulären Risiko handelte, welches die protektive Wirkung von ASS gleichsam neutralisierte. Kristjansson, J. M., et al.: Improved one-year survival after acute myocardial infarction in Iceland between 1986 and 1996. Cardiology 1999 (91) 210-214


Schmerz

Großbritannien-
Wirksamkeit einer ASS-Einzeldosis bei postoperativen Schmerzen.

In der Behandlung postoperativer Schmerzen sind Einmaldosen von ASS in Höhe von 600/650 mg, 1.000 mg und 1.200 mg Placebo signifikant überlegen. Um eine 50prozentige Schmerzreduktion zu erzielen bedarf es je nach genannter Dosierung 4,4, 4,0 oder 2,4 Patienten. Bereits unter der niedrigsten von den drei genannten Dosierungen treten im Vergleich zu Placebo signifikant häufiger Benommenheit und Magenirritationen auf. Der analgetische Effekt von ASS entfaltet eine klare Dosis-Wirkungs-Beziehung. Die Schmerzlinderung entspricht auf Milligrammbasis derjeni-gen von Paracetamol. Zu diesen Ergebnissen gelangen J. E. Edwards und Kollegen auf Grund einer systematischen Auswertung aller bislang vorliegenden randomisierten kontrollierten Studien zur Behandlung postoperativer Schmerzen mit ASS. 72 Untersuchungen mit insgesamt 3.253 Patienten unter ASS und 3.297 Patienten unter Placebo erfüllten die Einschlußkriterien. Die britischen Wissenschaftler wollen mit ihrer Studie einen Standard erstellen, an dem sich andere Analgetika messen lassen. Damit erleichtern sie auch ein "Benchmarking" von Analgetika. Edwards, J. E., et al.: Oral aspirin in postoperative pain: a quantitative systematic re-view. Pain 1999 (81) 289-297 20.