Unser körpereigenes Warnsystem ist überall
im Körper verteilt und ungeheuer schnell. Hauptakteur ist
unser Nervensystem. Ein gigantisches Kommunikationssystem, ähnlich
einem weitverzweigten Telefonnetz, mit dem Gehirn als Schaltzentrale
und dem Rückenmark als zentraler Leitungsbahn. Die von
vielen Zellen gebildeten feinen Nervenfasern führen wie
einzelne Telefonleitungen ins Rückenmark und wieder hinaus.
Informationen werden in Form von elektrischen Impulsen mit zum
Teil atemberaubender Geschwindigkeit weitergegeben.
Rund drei Millionen Schmerzsensoren, die sogenannten
Nozizeptoren, sind an freien Nervenendigungen im Körper verteilt.
Sie befinden sich überwiegend in der Haut und sorgen dafür,
daß unserem Gehirn keine schädigende Wirkung von außen
verborgen bleibt. Aber auch "körpereigene Betriebsstörungen",
wie eine Entzündung, werden durch Nozizeptoren, die an Muskeln,
Knochen, Blutgefäßen und Eingeweiden sitzen, sofort gemeldet.
Nozizeptoren nehmen direkte Schmerzreize, die chemischer, thermischer,
mechanischer oder elektrischer Natur sein können, auf und leiten
sie über Nervenbahnen an die "Zentrale" Gehirn weiter. Dort werden
sie sofort verarbeitet und weitergeleitet. Über die ableitenden
Nervenfasern des Rückenmarks geht der Befehl zur entsprechenden
Gegenreaktion an den Ort des Geschehens.
Unser Körper unterstützt die Schmerzleitung und -wahrnehmung,
indem er bestimmte Schmerzmediatoren freisetzt, die die Nozizeptoren
für weitere Reize sensibilisieren. Zusätzlich werden am
Ort des Geschehens bestimmte schmerzverstärkende Substanzen gebildet,
die Prostaglandine.
Prostaglandine sind kurzlebige, lokal wirkende Hormone, die Schmerzzustände
auslösen und verstärken können. Sie fördern Entzündungen
und Fieber.
Grundlage aller entzündlichen, schmerzlichen und fiebrigen
Reaktion ist meist eine Reizung oder Schädigung einzelner
Zellen. Dies kann durch mechanische, thermische oder chemische Reize
geschehen. Zellwände bestehen größtenteils aus fettsäurereichen
Substanzen, wobei die Arachidonsäure am häufigsten vorkommt.
Sie gilt als wichtigste Vorstufe der Prostaglandine. Die Freisetzung
von Arachidonsäure aus den Zellwänden führt zu einer
rasanten Bildung von Prostaglandinen. Entzündungszellen eilen
an den Ort des Geschehens. Die lokale Durchblutung wird erhöht
und Schmerz-, Entzündungs- und Fiebermediatoren treten in den
Blutkreislauf. Neben dem Schmerz gehören Rötung, Schwellung,
lokale Überwärmung und eventuell Fieber zu den typischen
Symptomen einer Entzündung.