Die Ursachen für Migräne
sind noch nicht restlos aufgeklärt. Sie scheinen vielfältig
und wahrscheinlich biologischer Natur zu sein. Psychische und
äußere Faktoren begünstigen den Ausbruch. Mehr
als zwei Drittel der Migräneopfer sind Frauen, so dass
man von einer Beteiligung des weiblichen Hormonhaushalts ausgeht.
Sie tritt vorwiegend in
Abhängigkeit vom Menstruationszyklus
auf. Nach heutiger Vorstellung scheint eine angeborene, erhöhte
Empfindlichkeit für plötzliche Änderungen im
Nervensystem verantwortlich zu sein.
Diese Änderungen können
vielfältig ablaufen und durch unterschiedliche Faktoren
- genannt "Triggerfaktoren" - ausgelöst werden. Das Ergebnis
dieser Änderungen spiegelt sich dann in entzündlichen
Prozessen und Reizungen mit erhöhter Empfindlichkeit an
den feinen Blutgefäßen im Gehirn wider. Man spricht
dann von einer neurogenen Entzündung.Jeder Betroffene sollte
seine individuellen Triggerfaktoren kennen, um sie meiden zu
lernen.
Migränepatienten leiden unter attackenweise auftretenden
und periodisch wiederkehrenden starken Kopfschmerzen. Diese
treten meist einseitig, gelegentlich aber auch beidseitig auf.
Die Schmerzen sind pulsierend oder pochend und werden oft von
Übelkeit, Erbrechen, Licht- oder Lärmempfindlichkeit
begleitet.
Der Ablauf einer Attacke gliedert
sich in drei zeitlich abgesetzte Phasen. In der ersten Phase
treten allgemeine Befindlichkeitsänderungen als Vorbotensymptome
auf. Ein Teil der Betroffenen erlebt anschließend die
Auraphase, die sämtliche neurologischen und psychologischen
Funktionen des zentralen
Nervensystems betreffen kann. Kurz
vor dem Auftreten der Kopfschmerzen kann es dabei kurzfristig
zu Mißempfindungen, Seh- oder Sprachstörungen kommen.
Danach folgt die bereits beschriebene Kopfschmerzphase. Im Gegensatz
zu normalen Kopfschmerzen verstärken sich die Beschwerden
meist bei körperlicher Belastung. Entscheidend für
die Behandlung sind Ruhe, Verständnis und Rücksichtnahme.